Brush Lettering Workshop

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Ein Einblick in die Welt des Schönschreibens Brush Lettering-Workshop vom 12. Dezember 2018 in Bern

Geschickt schwingt sie ihren Brushpen – den Pinselstift, der fürs Brush Lettering verwendet wird – über das weisse Premium-Papier. Ihre geübte Hand, ihre Bewegungen erfolgen sachte und doch bestimmt. Das Resultat lässt sich sehen: Die verschnörkelt-geschwungene Schönschrift ist eine Augenweide. Man merkt sofort, dass Christa-Maria Tobler weiss, was sie tut. Die Bernerin verfügt über jahrelange Erfahrung im Brush Lettering. Ursprünglich durch Zufall zu dieser Kunstform gekommen, bezeichnet Christa-Maria die Schönschreib-Technik heute als ihre grosse Leidenschaft. Ihre Expertise gibt sie gern weiter – etwa im Rahmen von Workshops.

Handgeschriebenes liegt im Trend – und wie

20 Leute haben sich an diesem kalten Dezemberabend im liebevoll dekorierten Kreativraum der Kaffeebar & Coworking Space Effinger in der Berner Innenstadt eingefunden, um das Handwerk zu erlernen. Der Workshop, den die Schweizerische Post ermöglicht und organisiert hat, war im Nu restlos ausgebucht. Kein Wunder: «Beim Brush Lettering kann ich mir Zeit für mich nehmen. Ich kann mich entspannen, vom Alltag abschalten und meiner Kreativität freien Lauf lassen», schwärmt Christa-Maria. «Gerade in unserer schnelllebigen Zeit macht es besondere Freude, mit handgeschriebener Post überrascht zu werden. Solche Post im Briefkasten zu finden, ist von speziellem Wert.». Die hohe Nachfrage zeigt: Handgeschriebenes ist aktueller denn je.

Schritt für Schritt zum Brush Lettering-Profi

Gespannt lauschen die Anwesenden den Tipps und Tricks der Expertin. Der sorgsam gestaltete Raum sorgt für eine behagliche Atomsphäre, die zusätzlich inspiriert. Christa-Marias Ziel des Abends ist, einerseits das Flair fürs Kreative und die Freude, die sie selbst beim Brush Lettering empfindet, auf die Teilnehmenden zu übertragen. Andererseits will sie ihnen die technischen Grundlagen vermitteln. Zu diesem Zweck führt sie sie zuerst in die Grundformen des Brush Letterings ein: Kringel, Bögen und Kreisformen, die sich ineinander verschlingen und so zu Buchstaben zusammensetzen lassen. Nach und nach lernen die Teilnehmenden so das ganze Brush Lettering-Alphabet. «Das ist ja, als ob ich nochmals lerne, zu schreiben», lacht eine Teilnehmerin.

 

Ein Abend, der aus Teilnehmenden Fans macht

Nach den Instruktionen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, erste Gehversuche im Brush Lettering zu unternehmen und ihre persönlichen Karten zu gestalten – und diese gleich zu verschicken, um ihren Liebsten eine besondere Freude zu bereiten. Die Freude beim Empfänger wird noch grösser, wenn die Brush Lettering-Post mit einer schönen Briefmarke versehen wird, die der Post eine noch persönlichere Note verleiht. Aus diesem Grund steuerte die Schweizerische Post passende Briefmarken der Serie «Spezielle Anlässe» bei, die bestens zum Brush Lettering passen und sogar im Effinger entstanden sind: von der Künstlerin Claudine Etter. Obwohl das Erlernen der Technik herausfordernd ist, steht den Teilnehmenden nach dem Workshop die Freude ins Gesicht geschrieben. «Ich werde auf jeden Fall weiterüben und meine Schrift verbessern. Was Christa-Maria zaubert, ist traumhaft», erzählt eine Teilnehmerin. «Ich habe ein neues Hobby gefunden», strahlt eine andere. Der gemütliche Abend hat sein Ziel erreicht und die Freude am kreativen Arbeiten geweckt.

Brush Lettering – Schönschreib-Kunst für alle

Brush Lettering – eine Technik aus dem Gebiet des Hand Letterings – bedeutet Schreiben mit Pinsel oder Pinselstift. Charakteristisch für die Technik ist der Kalligraphie-Effekt, der durch das Zusammenspiel aus dicken und dünnen Linien entsteht und die Schrift zum Leben erweckt. Die unterschiedliche Dicke lässt sich je nach Druck, den man mit dem Brushpen auf das Papier ausübt, steuern. Wer ein Brush Lettering-Experte werden will, braucht Übung: «Es dauert eine Weile, bis man das Handwerk beherrscht», sagt Christa-Maria. Ansonsten gibt es allerdings keine Voraussetzungen, um Brush Lettering-Profi zu werden: Jeder kann die Technik lernen. Für Brush Lettering brauchen Sie grundsätzlich nur einen Brushpen (für eine Auswahl siehe hier), sowie satiniertes Papier – und etwas Ausdauer.

Einige Tipps
  • Schreib-Grundregel: Um den Kalligrafie-Effekt zu erzeugen wird mit wenig, resp. viel Druck gearbeitet. Die dünnen Aufwärts-Linien zeichnen Sie, indem Sie Ihren Brushpen mit wenig Druck von unten nach oben stossen. Für die dicken Abwärts-Linien schieben Sie den Brushpen mit viel Druck von oben nach unten.
  • Die Spitze Ihres Brushpens sollte dabei immer die gleiche Ausrichtung haben.
  • Anders als bei der «Schnüerlischrift», wird beim Brush Lettering ein Wort nicht in einem Guss geschrieben. Es wird Form für Form gezeichnet und dabei zum Teil sogar innerhalb des Buchstabens abgesetzt.
  • Um schöne Übergänge zwischen den dünnen und dicken Linien zu erhalten, bauen Sie den Druck langsam auf und ab.
  • Verbindungen zwischen den Buchstaben sind immer dünne Aufstriche.
  • Halten Sie die Abstände zwischen den Buchstaben möglichst konstant.
  • Nehmen Sie sich Zeit. Es lohnt sich, langsam und präzis zu arbeiten und die Buchstabenformen konstant zu halten.
  • Brush Lettering ist vor allem eine Übungssache: Bleiben Sie dran und geben Sie nicht auf, wenn es nicht auf Anhieb klappt.
  • Holen Sie sich Inspiration von den Profis, z.B. hier.

Brush Lettering eignet sich hervorragend, um besonderen Menschen eine besondere Freude zu bereiten. Einen Brief zu verschicken, der mittels Brush Lettering-Technik geschrieben wurde, transportiert besondere Wertschätzung und bringt zum Ausdruck: Ich habe mir Zeit für dich genommen. Zeit, dir einen Brief oder eine Karte in liebevoll gestalteter Schrift zu schicken.